Die eindeutige Tendenz ist heutzutage, dass Patienten immer häufiger den Wunsch haben, ihre Zähne zu erhalten. Aus gutem Grund: Denn kein künstliches Material, wie zum Beispiel ein Implantat oder eine Brücke, kann den eigenen Zahn vollständig ersetzen. Zudem ist die Zahnerhaltung langfristig weitaus kostengünstiger als der Ersatz.
Die Zahnerhaltung mittels einer Wurzelkanalbehandlung ist jedoch kein einfach durchzuführender Eingriff. Eine Vielzahl von besonderen Maßnahmen, ein hohes praktisches Können sowie ein großes fachliches Wissen sind heutzutage erforderlich, um eine qualitativ hochwertige Wurzelkanalbehandlung mit guter Langzeitprognose durchführen zu können. Um den Standard und das Wissen über diese Therapieform zu erhöhen, gründete sich im Jahre 2002 die Deutsche Gesellschaft für Endodontie (DGEndo). Denn anders als in den USA, wo angehende Zahnärzte ein Aufbaustudium der Endodontie absolvieren können, gab es bis zu diesem Zeitpunkt in Deutschland nur die Möglichkeit, Einzelfortbildungen zu besuchen, um seine Kenntnisse zu erweitern.
Die Endodontie (Wurzelkanalbehandlung) ist die Lehre von der Struktur, der Beschaffenheit und der Behandlung des Zahninneren. Zahnmediziner mit dem Interessen- und Behandlungsschwerpunkt Wurzelkanalbehandlung haben sich zusammengeschlossen, um einerseits die Fortbildung zu strukturieren, das Niveau und die Qualität der Behandlung anzuheben, aber auch um die Forschung auf dem Gebiet der Endodontle zu fördern.
Seit 2002 werden nun zwei Mal im Jahr Kongresse mit nationalen und internationalen Referenten durch die DGEndo organisiert. Seit 2005 gibt es desweiteren ein Angebot an strukturierter Fortbildung. Diese Fortbildung in Kombination mit den Kongressen
ermöglicht es dem interessierten Kollegen ein umfangreiches Spezialwissen im Bereich der Endodontie zu erlangen. Einer der Schwerpunkte liegt neben der Erweiterung des theoretischen Wissens vor allem auf dem Erlernen moderner Behandlungsmethoden.
Zusätzlich hat die Gesellschaft im November 2006 die Anforderungen für die Erlangung des Titels „Spezialist für Endodontie der DGEndo" festgelegt. Die Kollegen müssen ein hohes Maß an theoretischem Wissen und praktischem Können nachweisen, um sich zum Spezialisten für Endodontie qualifizieren zu können. Diese Anforderungen sollen nicht zuletzt die Patientenversorgung auf einem hohen Niveau sicherstellen.
Ein weiteres Ziel der DGEndo ist, sowohl aktuelle wissenschaftliche, als auch praktische Neuerungen den niedergelassenen Kollegen nahe zu bringen. Die Zusammenarbeit mit anderen wissenschaftlichen Gesellschaften, Arbeitsgemeinschaften und Institutionen des In- und Auslands sichert einen regen Austausch über Innovationen in der Endodontie. Fachtagungen informieren Mitglieder und die Fachöffentlichkeit über moderne Behandlungskonzepte. Die DG Ende beteiligt sich zudem an der Forschungsförderung im Bereich der zahnerhaltenden Maßnahmen. Jährlich stellt sie finanzielle Unterstützung zur Verfügung, um junge Zahnmediziner zu ermutigen, im Bereich der Endodontie zu forschen. Dadurch wird die Entwicklung dieser Spezialdisziplin vorangetrieben und ein größeres Bewusstsein für zahnerhaltende Maßnahmen entwickelt.
Mit ca. 800 Mitgliedern ist die DGEndo eine der größten zahnmedizinischen Fachgesellschaften Deutschlands und wächst aufgrund des umfangreichen Engagements jedes Jahr weiter.
Weitere Informationen unter
www.dg-endo.de
Pressemitteilung der: Deutschen Gesellschaft für Endodontie e.V.