Fluorid in Kinderzahnpasta
Mindestens 1.000 ppm sollten es sein
Mit mindestens 1.000 ppm (parts per million) Fluorid in der Paste sind Kinder über sechs Jahre am besten vor Karies geschützt. Das entspricht 1.000 Milligramm pro Kilogramm Zahnpasta. Dies berichtet die Zeitung "Die Welt" und beruft sich dabei auf Studien aus Großbritannien.
In einer neuen Studie benannten Forscher um Professor Helen Worthington von der Manchester School of Dentistry in England den idealen Fluoridgehalt für Kinder. Die Wissenschaftler trugen die Ergebnisse von 75 klinischen Studien über Fluoridgehalt in Zahnpasten zusammen und veröffentlichten die Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "The Cochrane Library".
"Liegt die Fluoridmenge unterhalb von 1.000 ppm ist der prophylaktische Nutzen der Zahncreme deutlich reduziert", zitiert die Zeitung. Zahnpasta mit einem Fluoridgehalt zwischen 440 und 550 ppm wirke ebenso wenig wie ein Produkt, das überhaupt kein Fluorid enthalte, so Helen Worthington.
Die Ergebnisse beziehen sich auf Kinder, die älter als sechs Jahre alt sind. Eltern finden für Kinder in diesem Alter die geeignete Zahncreme im Regal der Junior-Zahnpasta und nicht, wie man vielleicht meinen könnte, bei Kinderzahncreme. Letztere ist für Kinder bis zum Schulbeginn geeignet und hat in den meisten Fällen einen Fluoridgehalt um die 500 ppm.
"Bei Kindern zwischen sechs und acht Jahren ist der Zahnschmelz sehr empfindlich", sagt Christiane Goepel von der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege und rät deshalb in diesem Alter zu einer Zahnpasta mit einem Fluoridgehalt von mindestens 1.000 ppm. Produkte, die diese Vorgabe einhalten, sind etwa Dontodent Junior Zahncreme von der dm-Drogerie, Colgate Smiles plus 6 oder Theramed junior 2 in 1.
In ihrer Studie weist Worthington aber auch darauf hin, dass zu viel Fluorid einen Nachteil haben kann. Zahnpasta mit einem Gehalt von deutlich mehr als 1.000 ppm könne zu einem erhöhten Risiko von dentaler Fluorose führen - die Überdosierung kann weiße bis braune Verfärbungen in Form von Flecken oder Streifen auf dem Zahnschmelz bilden, besonders bei Kindern, die diese Zahncreme im Alter zwischen fünf und sechs benutzen. Für Erwachsene wird eine Fluoridaufnahme von bis zu 1.500 ppm als günstig eingeschätzt. sg/pm
