Spezieller Bakterien-Stamm erkennt Karies-Bakterien
Laut WHO (World Health Organisation) ist Karies weltweit die häufigste Zahnerkrankung. Mit dem neu entwickelten Produkt Pro-t-action wollen die BASF SE, Ludwigshafen, und die OrganoBalance GmbH, Berlin, nun den Karieserregern den Kampf ansagen. Der neue Wirkstoff basiert auf Milchsäurebakterien (Lactobacillus), die Karies verursachende Bakterien (Streptococcus mutans) erkennen und mit diesen verklumpen. Diese Klumpen lassen sich einfach aus dem Mund spülen, so dass die Karieserreger keinen weiteren Schaden mehr anrichten können.
Karies verursachende Bakterien wie Streptococcus mutans setzen sich an der Oberfläche von Zähnen fest. Dort nutzen sie Zucker als Nährstoff und produzieren daraus Säuren, die den Zahnschmelz angreifen – es entstehen Löcher in den Zähnen. Umfangreiche Tests haben gezeigt, dass der aktive Wirkstoff in Pro-t-action genau diese Kariesbakterien erkennt, an ihnen andockt und mit diesen unerwünschten Erregern verklumpt. Diese Bakterienklumpen werden mit dem Speichel geschluckt oder beim Zähneputzen aus der Mundhöhle gespült. Nach Herstellerangaben zeigt der Wirkstoff diesen Effekt bereits nach zehn bis fünfzehn Sekunden. Das Produkt Pro-t-action ist geschmacksneutral, geruchlos und pH-neutral. Es wirkt gezielt nur gegen die unerwünschten Karieserreger und hilft, die gesunde, nützliche Mikroflora im Mund zu erhalten, heißt es.
„Nur durch die enge Zusammenarbeit mit OrganoBalance waren wir in der Lage, diesen speziellen Milchsäurebakterienstamm zu identifizieren, der mit dem Karieserreger verklumpt und dadurch dessen Entfernung aus der Mundhöhle entscheidend verbessert“, erläutert Dr. Markus Pompejus, Projektleiter bei BASF Future Business GmbH. „Dieser Effekt zusammen mit dem Know-how von BASF bietet eine großartige Chance, mit einem neuen aktiven Wirkstoff die tägliche Mundpflege zu unterstützen und die Zahngesundheit zu verbessern.“
Prof. Lang berichtete in Miami, wie es gelang, den speziellen Lactobacillus paracasei zu identifizieren, der sich an den Karieserreger Streptococcus mutans anheftet. „Unsere große Stammbibliothek von Mikroorganismen und unsere besonderen Screening-Möglichkeiten waren eine wichtige Basis für diese Forschung“, sagt Lang. „Anwendungstests zusammen mit der BASF zeigten uns das Potenzial zur Verbesserung der Mundhygiene.“
Prof. Tanzer präsentierte seine Studienergebnisse, die nachweisen, dass die Anzahl der Karies verursachenden Bakterien auf den Zähnen um 40 Prozent reduziert wird. Es entsteht deutlich weniger Karies. „Die an der University of Connecticut Health Center durchgeführten Labortests zeigen, dass der in Pro-t-action verwendete Lactobacillus paracasei den Zahnverfall um bis zu durchschnittlich 27 Prozent reduziert“, erklärt Tanzer. „Diese Ergebnisse sind ein faszinierender neuer Ansatz, um das weit verbreitete und kostspielige Problem der Zahnfäulnis zu bekämpfen.“
Der aktive Inhaltsstoff in Pro-t-action ist nach Herstellerinformationen ein natürlicher Wirkstoff mit spezifischer und selektiver Wirkungsweise. Bei der Herstellung werden ausschließlich ausgesuchte Stoffe pflanzlicher Basis, Spurenelemente, Salze und natürliche Pro-t-action-Mikroorganismen verwendet. Die Mikroorganismen werden fermentiert und nach der Ernte stabilisiert, pasteurisiert und getrocknet. Wie bei allen Produkten der BASF seien umfassende Sicherheitsstudien durchgeführt worden.
©: Die Zahnarztwoche
|